Rotkopfsittich

 
Rotkopfsittich, Rotkopf-Rotschwanzsittich, Pyrrhura rhodocphala, Rose-crowned Conure, Rose-headed Conure, Roodkopparkie Auch: Rotkopf-Rotschwanzsittich
Wiss.: Pyrrhura rhodocphala (Sclater & Salvin, 1870)
Engl.: Rose-crowned Conure, Rose-headed Conure
NL: Roodkopparkiet
 

Beschreibung:
Länge: 24 cm

Männchen: Der Rotkopfsittich ist allgemein grün gefärbt. Zügel, Stirn, Scheitel, Ohrdecken und Nacken sind rot. Wangen und Kinn sind grün, am Kinn sind außerdem blasse rote Federn. Hals und Oberbrust sind grün mit bräunlichem Anflug, der Bauch rotbräunlich gefärbt. Die Federn der Handdecken sind weiß und die der Handschwingen blauviolett mit braunschwarzen Spitzen. Der Flügelrand ist gelblich-grün, die Schwanzfedern rotbräunlich. Der Schnabel ist hornfarben, die Iris braun, der unbefiederte Augenring weißlich, die Beine dunkelgrau.

Weibchen: Es gibt keinen Geschlechtsdimorphismus, die Weibchen unterscheiden sich nicht von den Männchen.

Jungvögel: Stirn und Nacken sind grün mit einigen roten Federn, Handdecken und Flügelrand mit Blau, die Schwanzfedern sind auf der Oberseite grün. Mit ca. 6-12 Monaten ist die volle Ausfärbung erreicht.

 
 
Gattung: Rotschwanzsittiche
Unterarten: keine
Heimat: West-Venezuela
Lebensraum: Der Rotkopfsittich lebt in Wäldern und an Waldrändern zwischen 800 und 3050m ü. NN.
Freileben: Außerhalb der Brutzeit lebt der Rotkopfsittich in kleinen Gruppen von 10-30 Vögeln zusammen, gelegentlich auch in kleinen Schwärmen bis zu 70 Vögeln. Die Sittiche halten sich bevorzugt in Baumkronen auf, während der Nahrungsaufnahme auch in Büschen. Über ihre Nahrung ist nicht viel bekannt, vermutlich besteht sie aus Samen, Früchten, Beeren und Knospen. 
Ihr Flug ist schnell und gradlinig, während des Fluges rufen sie laut.

Das Brutverhalten ist weitestgehend unbekannt. Die Brutzeit liegt im April bis Juni.

Haltung:
Voliere
Außenvoliere
Käfig
Eine Voliere aus Holz ist möglich. Empfohlene Mindestmaße für 1 Paar:
3x1x2m LxBxH Frostfreier Schutzraum
Für die Käfighaltung ist der Rotkopfsittich nicht geeignet.

Schlafkästen (empfohlene Maße ca. 25x25x30 cm LxBxH) sollten ganzjährig zur Verfügung stehen.

Der Rotkopfsittich ist ein robuster Vogel, in dessen Heimat es auch recht kühl werden kann. Deshalb reicht bei Außenvolieren ein frostfreier Schutzraum im Winter aus. Er ist ein sehr guter Flieger, der entsprechend Platz benötigt. Diese Sittichart nagt gerne, deshalb sollten immer frische Knabberzweige zur Verfügung stehen. Rotkopfsittiche sind vergleichsweise zutrauliche Sittiche, die sich schnell eingewöhnen und recht schnell Vertrauen zu ihrem Pfleger aufbauen.

Der Rotkopfsittich wird nicht sehr häufig gehalten, vorwiegend von Züchtern.

Nahrung: Großsittichfutter mit wenigen oder ohne Sonnenblumenkerne, auch mit Wildsamen, Grassamen oder halbreifen Sämereien angereichert, viel Obst, Gemüse und Grünfutter, falls es angenommen wird kann auch Loribrei gegeben werden, außerem gelegentlich Keimfutter und Eifutter oder alternative tierische Proteinquellen wie z.B. getrocknete Garnelen, frische Zweige
Mehr Informationen zur abwechslungsreichen Ernährung von Sittichen finden Sie in der Rubrik Ernährung.
Zucht: Der Rotkopfsittich wird sehr selten gezüchtet, obwohl die Zucht als nicht schwierig gilt. Während der Brutzeit sollte das das Paar alleine gehalten werden, da das Männchen aggressiv reagiert. Laut Brockner1 besitzen die Jungvögel im Vergleich zu anderen Rotschwanzsitticharten auffällig dichte Sekundärdunen, was vermutlich auf die Kälte in ihrer Heimatregion zurückzuführen ist.
 

Zuchtdaten:
 
Bruten / Jahr: 1-2
Brutzeit: im Frühjahr
Nistkastenmaße: 25x25x30 cm LxBxH
Einschlupflochdurchmesser: ca. 5,5 - 6,5 cm Ø
Bodenbelag: Hobelspäne
Gelege: 4-6 (8) Eier
Legeabstand: 2 (-3) Tage
Brutbeginn: ab dem 2. Ei
Brutdauer: ca. 22-24 Tage
Nestlingszeit: ca. 8 Wochen
Selbständigkeit: ca. 2 Wochen nach dem Ausfliegen
Ringgröße: 5,5 mm Ø

Rotkopfsittiche sollen sich gut als Ammen für Rotkopfsittiche und andere Rotschwanzsittiche eignen, wenn die Nestlinge ungefähr das Alter der eigenen Jungvögel haben.2

Literatur: 1 Brockner, Armin: Haltung und Zucht des Rotkopfsittichs in: Papageien 9 (2002), S. 296-298
2 Brockner, Armin: Welterstzucht des Rotkopfsittichs in: Papageien 4 (1998), S. 120-122
Robiller, Franz: Papageien (3), 1990, S. 208


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