Wärmebestrahlung mit Rotlicht oder Elstein Dunkelstrahler

 
Viele Krankheiten haben zur Folge, dass die Körpertemperatur des Sittichs sinkt. Dies kann man z.B. äußerlich daran erkennen, dass der Sittich friert und aufgeplustert im Käfig sitzt, um so die Körpertemperatur zu regeln. Dies erfordert viel Energie, die eigentlich für die Genesung gebraucht wird. Bei vielen Krankheiten ist es deshalb hilfreich, dem Sittich Wärme zuzuführen.
 
 
Hinweis:
Wärme sollte überlegt angewandt werden, im Zweifelsfall sollten Sie mit Ihrem Fachtierarzt klären, ob Wärme bei Ihrem Sittich empfehlenswert ist.

Eine Wärmebestrahlung sollte nicht eingesetzt werden bei: Unfällen (z.B. gegen die Wand fliegen), Gehirnerschütterung, Erkrankungen des Zentralen Nervensystems (ZNS), das sich durch Krämpfe, Zittern oder Lähmungen bemerkbar macht sowie akute Entzündungen auf oder unter der Haut.

Normalerweise werden erkrankte Vögel mit Rotlicht oder mit einem Infrarotstrahler bestrahlt.
 

Rotlicht
Das Rotlicht (60 bis 100 Watt) ist nach wie vor die am häufigsten verwendete Wärmequelle. Im Internet, besonders in verschiedenen vogelspezifischen Foren, kursieren viele Gerüchte und Warnungen vor Rotlicht. Es wird unter anderem davor gewarnt, dass das Licht zu hell sei und der Vogel dadurch auf Dauer erblinden könne. Außerdem sei Rot eine Warnfarbe, vor der viele Sittiche Angst hätten.

Leider kenne ich keine Studien, die die Wirkung des Rotlichts auf das Vogelauge untersucht hätten. Doch folgende Punkte sprechen dafür, dass Rotlicht höchstwahrscheinlich keine negativen Folgen hat:

1. Wer schon einmal in einer Vogelklinik war wird gesehen haben, dass viele Krankenboxen mit Rotlicht ausgestattet sind. Ich habe mit mehreren Fachtierärzten gesprochen, keiner von diesen konnte diese Warnungen bestätigen, im Gegenteil.

2. Ich kenne bisher auch keinen Vogelhalter, der mit einer direkten Rotlichtbestrahlung schlechte Erfahrungen gemacht hätte, sowohl was die Sehleistung des Auges betrifft als auch die Angst vor Rotlicht. Es ist verständlich, dass viele Sittiche zunächst Angst vor ihnen unbekannten Objekten und Farben haben können - diese legt sich erfahrungsgemäß auch bei scheuen Sittichen sehr schnell.

3. Unsere Sittiche vertragen auch sehr helles Sonnenlicht und das helle Licht der Birdlamps, ohne dass die Augen leiden würden.
 

Dennoch empfehle ich, auch aus anderen Gründen, einen kranken Vogel so zu bestrahlen:

  • Krankenkäfig: der Sittich sollte möglichst alleine in einem Krankenkäfig sitzen, da ein erkrankter Sittich normalerweise Ruhe braucht
  • Abstand: der Abstand der Rotlichtlampe zum Käfig ist abhängig von der verwendeten Rotlichtlampe (60 Watt, 100 Watt oder 150 Watt). Empfehlung: ca. 50 cm (60 Watt Lampe) bis 70-80 cm (100 Watt).
  • Decke: hängen Sie eine dünne Decke oder ein Tuch vor den Käfig. So wird die Wärme im Käfig besser verteilt und Sie müssen sich keine Sorgen um die Augen Ihrer Vögel machen.
  • Bestrahlung: bestrahlen Sie nur eine Seite des Käfigs mit Rotlicht, so kann der Vogel auf die andere Seite ausweichen, wenn er nicht (mehr) gewärmt werden möchte
  • Dauer der Bestrahlung: unterschiedlich, abhängig von der Erkrankung und dem Befinden des Vogels. Einige Sittiche würden am liebsten stundenlang vor dem Rotlicht verbringen, andere weichen nach einiger Zeit aus. Bewährt haben sich Zeiten von ca. 10-30 Minuten. Die Bestrahlung kann bei Bedarf, am besten in Absprache mit Ihrem Fachtierarzt, verlängert oder verkürzt und außerdem mehrmals am Tag wiederholt werden.
  • Luftfeuchtigkeit: die Luftfeuchtigkeit ist für die Gesundheit der Sittiche sehr wichtig. Sie sollte immer mit einem Luftfeuchtigkeitsmesser (Hygrometer) kontrolliert werden, besonders dann, wenn das Zimmer beheizt wird.
  • zusätzliche Mittel: es ist oft sinnvoll, die Wärmetherapie mit weiteren stärkenden Mitteln wie z.B. Tees, Propolis, leicht verdaulichem Futter oder speziellen Vitaminpräparaten zu ergänzen. Dies hängt von der Art der Erkrankung ab und sollte mit Ihrem Fachtierarzt besprochen werden.

 

Infrarot-Dunkelstrahler:
Alternativ zum Rotlicht hat sich mittlerweile zunehmend der Infrarot-Dunkelstrahler, meist unter dem Namen Elstein-Strahler bekannt, etabliert. Dunkelstrahler geben zum größten Teil nicht sichtbare Infrarotstrahlung ab. Sie strahlen im mittel- bis langwelligen Infrarotbereich von 2 - 10 µm.

Den Elstein-Infrarot-Dunkelstrahler gibt es wie das Rotlicht in verschiedenen Stärken, von 60 bis 250 Watt. In der Praxis haben sich die 100 Watt bis 150 Watt bewährt. Dennoch ist die für Sie richtige Stärke genau wie beim Rotlicht abhängig von der Entfernung zum Käfig, die Sie anbieten können. Sie können sich hierzu von Ihrem Fachhändler beraten lassen.

Der Elstein-Strahler besitzt ein E27-Gewinde und kann somit in jede normale Fassung (Keramik oder Metall) geschraubt werden.
Elstein-Strahler werden häufig in Terrarien verwendet, deshalb finden Sie die Strahler und bei Bedarf auch passende Thermoschirme mit Schutzgitter, in die die Lampen eingeschraubt werden, meist im Terraristik-Bereich einer Zoohandlung, in Terraristik-Online-Shops, in einigen Vogel-Online-Shops sowie bei Ebay.
 

Wenn Ihnen weder Rotlicht noch ein Infrarot-Dunkelstrahler zur Verfügung steht empfehlen einige Tierärzte übergangsweise auch den Einsatz einer normalen Schreibtischlampe, bis Sie eine andere Wärmequelle erworben haben. Spätestens wenn die normale Glühbirne in den nächsten Jahren abgeschafft sein wird hilft dieser Tipp nicht mehr viel, denn Energiesparlampen, wie sie heute schon in den meisten Haushalten üblich sind, geben nicht ausreichend Wärme ab.

Eine Wärmebehandlung ist bei vielen Erkrankungen sehr empfehlenswert. Wenn Sie sich unsicher sind, ob und wie Sie eine Wärmetherapie in Ihrem Fall anwenden, sollten Sie immer Ihren Fachtierarzt aufsuchen oder zumindest telefonisch beraten lassen.
 
 

Weiterführender Link:

FAQ vom Hersteller Elstein
 
 
Seiten-Adresse: http://www.sittich-info.de/medizin/waermebestrahlung.html


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