| Die Federerneuerung bei Sittichen und anderen Vögeln
wird als Mauser bezeichnet. Vögel in freier Natur wechseln
das Federkleid einmal im Jahr, normalerweise nach der Brut. Domestizierte
Vögel wie Sittiche wechseln ihr Gefieder dagegen in kleineren Schüben
über das gesamte Jahr verteilt. Auch bei diesen kleineren Schüben
kann die Mauser relativ stark ausfallen, so dass der Sittich richtig "gerupft"
aussehen kann und kahle Stellen im Gefieder auftreten können. Die
Mauser ist besonders bei den Laufsittichen (Ziegensittich
und Springsittich) vergleichsweise
stark, während dem Halter die Mauser beim Wellensittich, Nymphensittich
und Co. meistens vor allem durch die vielen Federn am Boden auffällt.
Die Mauser wird durch Botenstoffe (Hormone) im Körper ausgelöst.
Testosteron, Progesteron und Schilddrüsenhormone wirken sich mauserfördernd
aus. Sie ist abhängig von der Ernährung, Licht, Temperatur und
einigen anderen Faktoren.
Auf dem Foto sehen Sie einen Pennantsittich
am Ende der Mauser. Am Kopf sind die weißen Federschäfte noch
zu sehen, das Gefieder ist stellenweise licht. |
|
Mauserstörungen:
Während der Mauser ist der Grundstoffwechsel erhöht, der Vogel
braucht mehr Nährstoffe über die Nahrung. Die Mauser kann gestört
werden, wenn diese Nährstoffe fehlen oder andere Faktoren nicht optimal
sind.
-
Stockmauser: die Mauser ist dann
verzögert, die Federn wachsen nur langsam nach. Die Federn bleiben
in den Federkielen stecken. Dadurch sieht das Gefieder "stoppelig" aus.
-
schlechte Qualität des Gefieders, es kann zu sogenannten "Stresslinien"
oder ausgefransten Federn durch Nährstoffmangel kommen
-
stellenweise lichtes Gefieder (meist durch hormonelles Ungleichgewicht
oder Rupfen verursacht)
-
Schockmauser (auch: Schreckmauser):
keine Erkrankung, sondern Selbstschutz. Schwanz- und Flügelfedern
fallen bei Panik / Stress spontan aus
Probleme bei der Mauser können entstehen
durch:
-
Mangelernährung:
falsche / einseitige Ernährung, Nährstoffmangel
-
Störungen im Hormonhaushalt, z.B. durch Tumoren
-
Testosteronmangel (Glatzenbildung
bei Hähnen)
-
verschiedene Krankheiten, z.B. Nierenerkrankungen
-
Französische Mauser
(Polyoma): die Vögel können durch diese Virusinfektion nach
jeder Mauser ihre Schwung- und Schwanzfedern verlieren
-
PBFD (auffällig starke Mauser,
Federn können krumm nachwachsen - anfangs besonders am Ende der Schwanzfedern
zu beobachten)
-
fehlendes UV-Licht
-
mangelnde Luftfeuchtigkeit
Maßnahmen zur Unterstützung der Mauser:
-
optimale Ernährung:
viel Obst, Grünfutter
und Gemüse, gelegentlich etwas Eifutter
(außer bei Nierenerkrankungen!), gelegentlich Keimfutter
(außer bei Nierenerkrankungen!)
-
Tipps speziell zur
Unterstützung bei bereits vorliegenden Mauserproblemen
-
niemals "menschliches Essen"!
-
Kieselerde (wird über das Futter oder in das Trinkwasser gegeben),
alternativ Salatgurke oder Vogelmiere, die Kieselsäure enthalten
-
ausreichende Luftfeuchtigkeit (mit
Hygrometer messbar, ggf. erhöhen, bei Sittichen mindestens ca. 50-55%
Luftfeuchtigkeit)
-
Bademöglichkeiten anbieten und / oder die Sittiche mit Wasser besprühen
-
UV-Licht (Tageslichtlampe mit elektronischem
Vorschaltgerät, Bird-Lamp)
-
ggf. zusätzliche Mineralstoffe, Aminosäuren, Vitamine und Spurenelemente
in Form von entsprechenden Präparaten, AviConcept®
oder Korvimin ZVT®, erhätlich beim Tierarzt oder online:
Hier geht`s zu
Tiershop.de

-
Bewegung, viel Freiflug
-
bei Vorliegen einer Krankheit Behandlung der Grunderkrankung durch den
Tierarzt
Diese Maßnahmen sollten grundsätzlich beachtet werden,
da sie das Wohlbefinden der Sittiche erhöhen und Mauserproblemen vorbeugen
können, wenn keine Erkrankung vorliegt.
|
Seiten-Adresse: http://www.sittich-info.de/haltung/mauser.html
|
Copyright © www.sittich-info.de
Bitte beachten Sie: Sämtliche Inhalte auf dieser Seite sind urheberrechtlich
geschützt. Die Übernahme von Bildern, Texten oder Textauszügen
(auch leicht verändert) ist ohne vorherige Genehmigung und gut sichtbarem
Verlinken der Quelle nicht gestattet. Text- und Bilddiebstahl werden rechtlich
verfolgt. |
|