Weshalb sollten zwei artgleiche Sittiche oder Papageien gehalten werden?

Viele Halter, die noch einen Partner für ihren Sittich oder Papagei kaufen möchten oder Vogelfreunde, die sich überlegen Sittiche oder Papageien neu anzuschaffen, holen sich zwei unterschiedliche Sittich- oder Papageienarten, weil sie dies interessanter und abwechslungsreicher finden. Doch ist dies überhaupt sinnvoll? Welche Vorteile und welche Nachteile hat diese gemischte Haltung?

 
 
Vorteile:
  • der erste Vogel ist nicht mehr alleine


Nachteile:
Zwei unterschiedliche Arten

  • können sich nicht in der gleichen Sprache verständigen
  • verhalten sich teilweise völlig unterschiedlich
  • können mit den Reaktionen des anderen teilweise nichts anfangen, vermissen arteigenes Feedback
  • können nicht balzen bzw. müssen ersatzweise den anderen Sittich oder Papagei als Ersatzobjekt nehmen
  • diese Punkte können zu Aggressionen führen (Beispiel weiter unten)
  • Beobachtungen zeigen, dass unterschiedliche Sitticharten weitestgehend in ihren arteigenen Gruppen bleiben, wenn sie die Möglichkeit dazu haben und sich wenig um andere Sittichgruppen kümmern


Wie Sie sehen, überwiegen die Nachteile der artfremden Verpaarung deutlich.

Springsittiche in der Gruppe

Springsittiche
unternehmen fast alles gemeinsam

Häufig gehalten: 1 Wellensittich und 1 Nymphensittich
Sehr beliebt ist z.B. die Kombination Wellensittich / Nymphensittich. Beide Sitticharten sind sehr friedlich und können deshalb gut zusammen gehalten werden. Trotzdem sprechen sie nicht die gleiche Sprache und "verstehen" sich nicht wirklich. Das arteigene Feedback fehlt oder muss ersetzt werden, soweit überhaupt möglich. Einige Wellensittiche und Nymphensittiche gehen eine Art "Notgemeinschaft" ein, weil sie keine Alternative haben. Ihre Halter sehen oft nicht, dass trotzdem etwas fehlt. 

Viele Sittichhalter besitzen mehrere Wellensittiche und Nymphensittiche. Auch ich habe jahrelang 2-3 verschiedene friedliche Sitticharten in einem Vogelzimmer zusammen gehalten. Die Gruppen bleiben weitestgehend unter sich und kümmern sich wenig um die anderen Gruppen, außer wenn es gelegentlich Streit um Futter- oder Sitzplätze gibt. Diese Beobachtung kann man auch häufig in Vogelparks oder Zoos machen. Wenn sie die Wahl haben, bleiben Sittiche also meist lieber in der arteigenen Gruppe.
 
 

Ernsthafte Probleme
In einigen Fällen kann die artfremde Verpaarung auch schiefgehen, auch wenn es sich um friedliche Sitticharten handelt - wenn das erwartete Feedback ausbleibt und der Frust irgendwann in Aggression umschlägt.
Hier ein Beispiel aus meiner eigenen Gruppe (Wellensittich und Springsittich).
 
 

Fazit
Deshalb  ist diese Verpaarung von verschiedenen Sittich- oder Papageienarten oder die Verpaarung von Papageien und Sittichen nicht wirklich artgerecht. Überlegen Sie sich deshalb, ob Sie sich nicht für eine Art entscheiden können oder auch zwei von jeder Art zusammensetzen.

Beim Zusammensetzen verschiedener Sittichpaare sollten Sie sich vorher vorsichtshalber erkundigen, ob diese sich verstehen, da einige Paare (z.B. Prachtrosellas oder Ziegensittiche) besonders während der Brutzeit aggressiv auf die anderen Sittiche reagieren können oder grundsätzlich eher unverträglich sind (z.B. Pennantsittiche) und besser als einzelne Paare gehalten werden sollten. Informationen zu möglichen Verpaarungen gibt es auch im Sittich-Lexikon bei den Arten unter dem Punkt "Haltung" oder in einem der Partnerforen .
 
 

Weiterführende Links:



Seiten-Adresse: http://www.sittich-info.de/haltung/artgleich.html


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