Futtermotten, Lebensmittelmotten im Körnerfutter

Viele Halter haben sie bereits erleben müssen, viele haben von ihnen gehört - Futtermotten im Körnerfutter.

Arten
Als Lebensmittelmotten oder Futtermotten werden fünf verschiedene Arten aus der Familie der Zünsler (Pyralidae) bezeichnet. Sie gehören zu den Schmetterlingen. Die drei wichtigsten sind:

  • Dörrobstmotte (Plodia interpunctella)
  • Mehlmotte (Ephestia kuehniella)
  • Speichermotte (Ephestia elutella)


Die Bezeichnungen sind teilweise irreführend, da die Dörrobstmotte sich nicht nur im Dörrobst aufhält, sondern auch im Vogelfutter.
 

Befall
Futtermotten werden normalerweise mit dem Körnerfutter eingeschleppt, sie können aber auch aus der Umwelt ins Haus gelangen und sich dort vermehren.
 

Befallenes Körnerfutter ist an den Gespinsten der Motten leicht zu erkennen. Die Körner klumpen zusammen.
Hier ein Beispiel von einem Körnerfutter, das ich im Laden gekauft hatte:
 

 

Entwicklungsstadien
Die Motte entwickelt sich über verschiedene Entwicklungsstadien, nämlich Ei, Larve, Puppe und Falter. Die Larve, die in Internet-Foren oft als Made bezeichnet wird,  ist eine kleine, meist gelbliche Raupe, die sich nach ihrem Schlupf von Körnerteilen ernährt. Nach mehreren Häutungen bildet sie eine Puppe aus. Hierin findet die Weiterentwicklung zur entgültigen Motte statt. Die Motten selbst nehmen normalerweise keine Nahrung mehr auf. Bei ihnen geht es nur noch um die Vermehrung durch die Eiablage.
Die Entwicklung ist artabhängig und kann wenige Wochen dauern. Die fertigen Motten leben ca. 2-3 Wochen.
 

Hieraus sollte wohl mal eine Dörrobstmotte werden


 
 

Schaden
Die Larve bzw. Raupe richtet den größten Schaden am Vogelfutter an, da sie von den Körnern fressen und sie mit ihren Gespinsten und ihrem Kot verschmutzt. 
Sie gefährden Sittiche (z.B. Wellensittich oder Nymphensittich), die die Raupen fressen, nicht direkt. Das Futter ist allerdings kontaminiert und sollte nach Entdecken eines Mottenbefalls unbedingt sofort entsorgt werden.
 

Bekämpfung
Wenn der Mottenbefall direkt nach Öffnen der Packung festgestellt wird, reicht es oft aus die Packung sofort wieder zu schließen und zu entsorgen.

Wenn sich die Motten im Schrank bereits vermehrt haben wird es etwas schwieriger. Betroffene Futtermittel sollten umgehend entsorgt werden. Der Schrank sollte gründlich mit Essigwasser gereinigt werden. Neues Futter sollte in verschlossenen Behältern, in die die Motten nicht gelangen können, aufbewahrt werden.

Mit Pheromonfallen werden die männlichen Motten angelockt und unschädlich gemacht, so dass die Vermehrung der Motten im besten Fall gestoppt wird. Die Mottenfallen wirken normalerweise gegen mehrere Lebensmittelmottenarten. Man sollte aufpassen, dass man keine Motten von draußen anlockt, also besonders abends die Fenster besser verschließen.

Es gibt weitere Präparate, z.B. Sprays, die gegen starken Mottenbefall eingesetzt werden können. Allerdings sollte man ausschließlich dann mit Spray arbeiten, wenn sich die Sittiche nicht im gleichen Raum befinden.

Mottenpapier hilft bei Futtermotten übrigens nicht.
 

Hinweise
Man kann die Futtermotten durchaus abtöten, indem man das Futter mehrere Tage lang einfriert oder 2 Stunden lang bei ca. 80°C im Ofen erhitzt. Damit hat man zwar das Problem nicht, dass man die Motten im Haus hat, dennoch ist das Futter ja kontaminiert und damit schlecht. Ich würde davon abraten es zu verfüttern.
Man bekommt gelegentlich zu hören oder zu lesen, dass das Einfrieren nicht geholfen hat. Das liegt normalerweise daran, dass nicht über eine Woche lang gefroren wurde, sondern z.B. nur wenige Stunden oder einen Tag lang. Das reicht oft nicht aus, bedeutet also nicht, dass diese Methode grundsätzlich nicht wirkt.
 
 
 

Weiterführende Links


 
URL: http://www.sittich-info.de/ernaehrung/futtermotten.html
Copyright © www.sittich-info.de
Bitte beachten Sie: Sämtliche Inhalte auf dieser Seite sind urheberrechtlich geschützt. Die Übernahme von Bildern, Texten oder Textauszügen (auch leicht verändert) ist ohne vorherige Genehmigung und gut sichtbarem Verlinken der Quelle nicht gestattet. Text- und Bilddiebstahl werden rechtlich verfolgt.
In Internet-Foren bitte Sittich-Info.de oder die oben genannte URL verlinken.